Ev.-Luth. Kirchgemeinde
St. Jakobi-Johannis Chemnitz
St. Jakobi-Johannis Chemnitz
Zerstörung und Wiederaufbau bis 1974
Am 5. März 1945 sank die Chemnitzer Innenstadt durch Bombenangriffe in Schutt und Asche. Auch die Jakobikirche wurde ein Opfer der Flammen. Wenige Monate später brachen die noch nicht abgedeckten Gewölbe des Langhauses und der schwer beschädigte Hohe Turm zusammen. Durch rechtzeitiges Aufbringen eines Notdaches konnte der Hallenchor als wertvollster Bauteil der Kirche vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt werden. Mittels einer Trennwand schloss man ihn gegen das zertrümmerte Langhaus ab. Seit 1949 diente er wieder als Gottesdienstraum der stark dezimierten Jakobigemeinde. Bis 1950 war auch der Unterbau des Hohen Turmes wieder hergestellt worden. Damit waren wichtige Voraussetzungen für den späteren Wiederaufbau des gesamten Kirchengebäudes geschaffen worden.
Zwischen 1960 und 1964 erhielt die Kirche einen neuen Dachstuhl samt Dachreiter sowie eine neue Verglasung. Die äußere Wiederherstellung war damit abgeschlossen. Für den Innenraum plante man zunächst einen schlichten Ausbau in modernen Formen. Auf Wunsch der Denkmalpflege wurden jedoch die Pfeiler und Jochbögen des Langhauses originalgetreu wieder aufgebaut. Auf ein Gewölbe sollte zunächst verzichtet werden.
Das Bauprogramm kam infolge vieler Schwierigkeiten nur schleppend voran. Schließlich stellte man im Jahre 1974 die Arbeiten völlig ein. Das Langhaus blieb nahezu 30 Jahre im Rohbauzustand stehen. Im Bewusstsein der Einwohner beschränkte sich die Jakobikirche mehr und mehr auf den Chorraum, während das Schiff in Vergessenheit geriet.